personal note Vergangene Konzerte
Personal Note ist eine Konzertreihe, die von Studierenden des Kurses Concert Curation konzipiert, kuratiert und aufgeführt wird. Unter der Leitung von Prof. Yael Kareth ermutigt der Kurs junge Musiker:innen, Aufführung mit Erzählkunst, Publikumsbezug und kultureller Relevanz zu verbinden. Die Teilnehmenden sind eingeladen, das Konzert als sozialen und kulturellen Raum neu zu denken – als Ort, der Bedeutung stiftet und Resonanz erzeugt – und dabei ihre eigene künstlerische Stimme zu schärfen. Fragen wie „Welche Geschichte möchte ich mit meiner Musik erzählen?“, „Für wen ist sie gedacht?“ oder „Welche ästhetische und emotionale Erfahrung möchte ich schaffen?“ stehen im Mittelpunkt dieses Prozesses. Das Ergebnis ist eine Reihe von Konzerten in intimer, offener Atmosphäre, die eine echte Verbindung zwischen Auftretenden und Publikum ermöglicht.
Akademisches Jahr 2024-25
1. KONZERT - HOMELAND
Das erste Konzert der Reihe, „Homeland“, präsentiert ein sehr persönliches und kulturell vielfältiges Programm, das die unterschiedliche Herkunft der Studierenden widerspiegelt. Zu hören sind Werke von Komponisten, die entweder mit den Heimatländern der Musiker:innen verbunden sind oder von Themen wie Erinnerung, Nostalgie und kulturellen Wurzeln inspiriert wurden. Stücke wie Prokofjews Ouvertüre über hebräische Themen, Bartóks Rumänische Volkstänze und Blochs Prayer werden mit zeitgenössischen Werken wie Kian Soltanis Persischem Feuertanz und Bearbeitungen traditioneller Lieder kombiniert. Das Programm ist nicht nur eine Hommage an die Vielfalt, sondern auch ein Beweis dafür, wie Musik Grenzen überschreiten kann, um das Wesen kulturellen Erbes zu bewahren und weiterzugeben.
2. KONZERT - DIALOG
Dialog ist ein Begriff von weitreichender Bedeutung, insbesondere wenn es um Musik geht. Er kann sich auf ein Gespräch beziehen, auf Reflexion oder Nachahmung – in der Musik wie auch im Leben. Im zweiten Konzert der „Personal Note“-Reihe beschäftigen sich die Studierenden mit unterschiedlichen musikalischen Ausdrucksformen von Dialog in bekannten Kammermusikwerken, zu denen sei selbst kurze Einführungen geben. Dabei demonstrieren sie nicht nur den musikalischen Austausch zwischen Spieler:innen oder Instrumenten, sondern widmen sich auch der Wechselbeziehung zwischen zwei (oder mehr) musikalischen Stimmen innerhalb eines Werks, beleuchten den intergenerationellen Dialog zwischen Studierenden und Lehrenden oder zwischen Komponist:innen unterschiedlicher Epochen und thematisieren den kulturellen Austausch und die Auseinandersetzung durch Komposition. Ebenso wird der innere, beinahe geheime Dialog offengelegt, den ein:e Musiker:in mit sich selbst führt.
Der Begriff Dialog spielt auch eine zentrale Rolle im Mikrokosmos der Barenboim-Said Akademie. Hier ist die Fähigkeit, einander über unterschiedliche Standpunkte, Perspektiven und Kulturen hinweg wirklich zuzuhören, von essentieller Bedeutung. In der Musik erfüllt Dialog auf ganz natürliche Weise eine ebenso zentrale Funktion.
3.KONZERT - HEARTBEAT
Im Kern der Musik liegt der Rhythmus – der unsichtbare Puls, der ein Stück vorantreibt, seinen Charakter formt und Musikerinnen wie Zuhörer untereinander und miteinander verbindet. Heartbeat, das dritte Konzert der Reihe „Personal Note“, widmet sich dem Phänomen Rhythmus als physische und metaphorische Kraft in der Musik. Wie manifestiert sich Tempo in unterschiedlichen Stilen und bei unterschiedlichen Komponist:innen? Wie stimmen sich Musiker:innen intuitiv miteinander ab, und sollten sie überhaupt immer denselben Puls folgen? Wie beeinflussen individuelles Temperament und sogar der eigene Herzschlag die Interpretation? In einer vielfältigen Auswahl an Werken geht das Programm diesen Fragen nach und zeigt, wie Rhythmus und Tempo den musikalischen Ausdruck und die Aufführung prägen – und wie dieses musikalische Element Musiker und Zuhörerinnen durch eine instinktive, ursprüngliche und universelle Sprache zusammenführt.
4. KONZERT - EARTH
Alle Natur empfindet: Wald, Bach und Feld,
sie währen ewig: äußern still zumal
ihr Glück jenseits gedruckter Worte Welt.
John Clare
(Deutsch von Bertram Kottmann)
Diese Zeilen spiegeln die Idee von Earth wider, dem letzten „Personal Note“-Konzert der Saison 2024/25: Das Programm ist eine poetische und musikalische Reflexion über das sich wandelnde Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Im Mittelpunkt stehen zwei der berühmtesten Werke der klassischen Musik. Zusammen mit Texten aus verschiedenen Kulturen, Sprachen und Epochen entsteht daraus ein Dialog, der vertraute Klänge in einem neuen Licht erscheinen lässt und Fragen aufwirft: Wie hören wir die Natur? Wie sprechen wir über sie? Und was bedeutet es, in und mit ihr zu leben?