Susie Ibarra Komposition und Schlaginstrumente

EXTENDED TALKING GONG ENSEMBLE
Claire Chase Flöte
Alex Peh Klavier
Levy Lorenzo Schlaginstrumente

EXIRA QUARTET
Alpay Jan İnkilap Violine
Semaan Wehbe Violine
Bella Chich Viola
İdil Pulat Violoncello

Sunbird 
für Flöte solo

Paniniwala, Belief 
für Klavier solo

Kolubrí 
für Percussion solo

Pulsation 
für Streichquartett

Talking Gong 
für Flöte, Klavier und Percussion


Pause


Sky Islands
für Percussion, Flöte, Klavier und Streichquartett
Deutsche Erstaufführung

 

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Für Susie Ibarra ist Rhythmus mehr als Pulsschlag oder Metrum. Er kann auch ökologischer Natur sein und zum Verständnis der Beziehungen zwischen Körpern, Landschaften, Erinnerungen und Klängen beitragen.

Essay von Thomas May

Rhythmus, Ritual, Ökologie
Die Musik von Susie Ibarra

Thomas May


Für Susie Ibarra ist Rhythmus mehr als Pulsschlag oder Metrum. Er kann auch ökologischer Natur sein und zum Verständnis der Beziehungen zwischen Körpern, Landschaften, Erinnerungen und Klängen beitragen. Die als Tochter philippinischer Eltern in Kalifornien geborene Komponistin, Perkussionistin und Klangkünstlerin arbeitet mit Komposition und Performance, Klangkartierung, Installation, Tonaufzeichnung und Dokumentation. Außerdem engagiert sie sich seit Langem in der Umweltforschung und für traditionelle Musikkulturen.

Zahlreiche jüngere Werke Ibarras sind von dem Dialog zwischen Umwelt und Musik geprägt. Ihr 2024 erschienenes Buch Rhythm in Nature. An Ecology of Rhythm basiert auf Studien zum Rhythmus im Vogelgesang, in Gletscherwasser, Ozeanen, Wüsten, Wäldern und bei Insekten. Das von den Berliner Festspielen für MaerzMusik in Auftrag gegebene Werk CHAN. Sonnets and Devotions in the Wilderness umfasst sechs zeitgenössische Kundimans, d.h. Liebeslieder, die an Landschaften gerichtet sind, von deutschen Wäldern bis zum Tsongmo-See im Himalaya und dem Fluss Pasig auf Luzon. Die Arbeit Water Rhythms. Listening to Climate Change, die Ibarra gemeinsam mit der Glaziologin Michele Koppes entwickelt hat, stützt sich auf Tonaufnahmen aus fünf verschiedenen Wassersystemen auf der ganzen Welt. Ibarras kompositorischem Verfahren liegen bei all diesen Projekten Beobachtungen der Umwelt durch Zuhören, Field Recording, rhythmische Analyse und Reaktionen auf besondere Örtlichkeiten zugrunde.

Mit dem heutigen Konzert gibt Ibarra ihr Debüt im Pierre Boulez Saal – für sie auch ein besonderes persönliches Ereignis, da sie mittlerweile in Berlin lebt. Außerdem markiert es den ersten Auftritt des Talking Gong Trio in Deutschland und die deutsche Erstaufführung von Sky Islands. Im Jahr 2025 erhielt Ibarra für Sky Islands den Pulitzer-Preis für Musik, der damit „ein Werk über Ökosysteme und Biodiversität“ würdigte, „das den Begriff der kompositorischen Stimme in Frage stellt, indem es das profunde musikalische Können und die improvisatorischen Fähigkeiten einer Solistin als kreatives Werkzeug mit einbezieht.“

Vögel, Gongs und musikalische Traditionen

Die Flötistin Claire Chase zählt zu Ibarras wichtigsten Wegbegleitern. Chase, Ibarra und der Pianist Alex Peh bilden zusammen das Talking Gong Trio, dessen enge musikalische Verbundenheit der Ausgangspunkt für Sky Islands war. Ibarra hat außerdem solistische Werke für Chase komponiert, so dass deren unverwechselbare Klangwelt und improvisatorische Fantasie im gesamten Programm immer wieder durchscheinen.

Ein wichtiger Berührungspunkt zwischen Ibarras Beschäftigung mit der Umwelt und ihren musikalischen Interessen sind Vogelstimmen. „Ich habe das Gefühl, dass Vögel zu den frühesten Trommlern auf dieser Welt zählen“, erklärt sie. „Ich glaube, ihre Lieder und Rhythmen singen und spielen wir schon sehr lange.“ Vogelstimmen tauchen in ihrer Musik nicht unbedingt wortwörtlich auf: sie steuern z.B. einen Rhythmus oder musikalischen Gedanken bei oder regen zu einem freieren Umgang mit Bewegung und Ausdruck an. Auch Berlin lieferte Ibarra eine besondere Inspiration: Sie ist fasziniert von den Nachtigallen, die man in der Stadt hören kann und deren Erlernen und Üben von Liedern, das sich über lange Zeiträume erstreckt, sie an die Arbeit von Musiker:innen erinnern.

Das Programm beginnt mit zwei kurzen Beispielen für das Interesse der Komponistin an Vogelstimmen. Das ursprünglich für Chase komponierte Stück Sunbird ist von dem violetten philippinischen Nektarvogel inspiriert. Ibarra übersetzt dessen Farben und Gesänge in eine zwischen Piccolo-, Quer- und Bassflöte wechselnde Flötensprache, in deren Textur perkussive Atemgeräusche und Vokalisationen eingewoben sind. Das Stück Kolubrí für Soloschlagzeug überträgt das sanfte Flattern des Kolibris in die tieferen Frequenzen von Trommeln und Becken.

Zwischen diesen beiden von Vögeln inspirierten Werken stellt Paniniwala, Belief Alex Peh am Klavier in den Mittelpunkt. Ibarra hat es als eine ihrer Kompositionen bezeichnet, die „stark von der Ästhetik der traditionellen philippinischen Gongmusik beeinflusst sind“ und zeigt, wie dieser Einfluss über die Gonginstrumente selbst hinausreicht.

Pulsation entstand für das Projekt 50 for the Future des Kronos Quartet – ein frei verfügbares Repertoire von 50 neuen Werken für junge und aufstrebende Streichquartette – und verbindet einen kontinuierlichen Puls mit wechselnden rhythmischen Verläufen. Einige der verwendeten Klangmuster sind an die Signalsysteme der philippinischen Kulintang-Tradition angelehnt. Durch die Überlagerung verschiedener Rhythmen wird das Gefühl der Hörenden dafür, wo ein Muster beginnt oder endet, verschoben. Die Musiker:innen können außerdem einzelne Abschnitte neu anordnen und innerhalb bestimmter rhythmischer Zyklen improvisieren.

Von Talking Gong bis Sky Islands

Den Höhepunkt der ersten Konzerthälfte bildet Talking Gong, das Werk, nach dem das Trio benannt ist. Ibarra hat das Ensemble als „magische Gruppe“ mit „wunderbarer Chemie“ bezeichnet und betrachtet Talking Gong als Komponistinnen- und Interpretenensemble, das sich beständig weiterentwickelt und dessen musikalisches Vokabular durch die unterschiedlichsten Erfahrungen und Kooperationen stetig wächst.

Diese kürzeren Werke versammeln nach und nach die musikalischen Kräfte, die sich nach der Pause vereinen: An die Stelle von Einzelstimmen treten Quartette und Trios, bis Talking Gong für Sky Islands dann zu einem Ensemble mit acht Mitwirkenden erweitert wird. Ibarra beschreibt es so: „Sky Islands ist wirklich ein Stück für Talking Gong, aber in erweiterter Form.“

Für dieses Werk, das 2024 in der Asia Society in New York uraufgeführt wurde, holte Ibarra den Perkussionisten Levy Lorenzo und ein Streichquartett hinzu und schuf damit eine Formation, die sie heute als „akustisches Doppelquartett“ bezeichnet. Sky Islands bewahrt eine klar umrissene Identität und lässt den Ausführenden gleichzeitig Raum, ihre eigene Interpretation und musikalische Persönlichkeit einzubringen. In Berlin sind Chase, Peh, Lorenzo und Ibarra zusammen mit dem Exira Quartet zu hören, das im vergangenen Jahr von Studierenden der Barenboim-Said Akademie gegründet wurde. Für Ibarra ist es besonders spannend zu beobachten, wie Musiker:innen mit unterschiedlichem Hintergrund die Improvisationsräume des Werkes gestalten: Die dabei entstehenden Verbindungen können, wie sie sagt, „nur in dem jeweiligen Augenblick zustandekommen“.

Der Titel Sky Islands bezieht sich auf isoliert gelegene Hochlandregenwälder, wie sie etwa auf Luzon, einer Insel der Philippinen, zu finden sind. Diese „Himmelsinseln“ sind geografisch von den umliegenden Lebensräumen getrennt und gelten daher als besondere Orte der Biodiversität mit einem großen Reichtum an seltenen und endemischen Tier- und Pflanzenarten; durch ihre Isoliertheit kann sich die evolutionäre Differenzierung beschleunigen.

Nicht nur dieses Phänomen faszinierte Ibarra, sondern auch die unterschiedliche Wahrnehmung von Zeit und Rhythmus in solchen Umgebungen. Sie spricht von Orten, an denen „der Rhythmus anders ist, die damit verbundenen Rituale andere und sogar die Arten andere sind“. In letzter Zeit beschäftigte sie sich wieder verstärkt mit der Idee der „langsamen Zeit“. In hochgelegenen Wäldern, die weniger von der Nutzung durch den Menschen beeinflusst sind, empfinden wir, so sagt sie, das Gefüge von Wachstum, Energie, Frequenz und Rhythmus anders. Ökologische Strukturen können so unmittelbar in die musikalische Struktur einfließen, anstatt lediglich das Thema für das Werk zu liefern.        

Die Sprache der Schlaginstrumente i Sky Islands basiert auf miteinander verwobenen Rhythmen und Klängen aus der Bambus-, Gong- und Flötentradition der nördlichen Philippinen, unter anderem aus den Regionen Kalinga und Cordilleras auf Luzon. Neben Kulintang, Sarunay und Agung spielen Ibarra und Lorenzo Schlaginstrumente, Gongs und lebende Pflanzen, die mit Kontaktmikrofonen ausgestattet sind. Für dieses Konzert hat Ibarra das ursprüngliche umfangreichere Konzept des „schwebenden Gartens“ an den Pierre Boulez Saal angepasst und verzichtet auf die in einigen früheren Aufführungen verwendeten Klangskulpturen.

Den Nachbar:innen zuhören

Der Raum selbst wird zum kompositorischen Material. Zu Beginn spielen die beiden Perkussionist:innen in einiger Entfernung voneinander auf langen Bambusstäben, um „dem Publikum die Klänge des Bambus vorzustellen“, wie es in der Partitur heißt, bevor sie sich nach und nach aufeinander zu bewegen. Die ineinandergreifenden Rhythmen spiegeln eine Art des Zuhörens wider, die Ibarra mit der Spielweise traditioneller philippinischer Schlaginstrumente verbindet. Statt sich an einer festen metrischen „Eins“ zu orientieren, hören die Musikerinnen auf ihre jeweiligen Nachbarn, deren Rhythmus sie aufgreifen müssen, bis schließlich „mehrere Menschen zu einem Instrument werden“, wie Ibarra es ausdrückt.

Bewegung verändert diese Erfahrung zusätzlich. Ibarra fühlt sich auch deshalb zu Musik dieser Art hingezogen, weil die Veränderung der räumlichen Beziehung der Musizierenden zueinander auch den Klang verändert, der beim Publikum ankommt. Bei früheren Aufführungen waren die beiden Standorte der Schlaginstrumente spiegelbildlich angeordnet, wodurch statt Lautsprecher die Musiker:innen selbst eine räumliche Klangwirkung erzeugen. Für den Pierre Boulez Saal passen sie und Lorenzo dieses Raumkonzept an dessen ovale Architektur an.

Zusätzliche Räume entstehen durch Improvisation. Ausgedehnte Dialoge zwischen Kulintang und Sarunay sowie zwischen Schlagzeug und Agung rücken die Stimmen der Perkussionist:innen in den Vordergrund. An anderer Stelle improvisiert das Streichquartett zu Chases ausgeschmückter Flötenmelodie, während das Klavier laut Partitur „leise Klänge innerhalb der Streicher und Flöte“ beisteuert. Zum Ende hin improvisiert Chase auf der Bassflöte, bis Glockentöne und „leise Waldgeräusche“ hinzukommen.

Solche Freiheiten beeinträchtigen die Identität des Werkes keineswegs. Ibarra legt Wert auf die Feststellung, dass für das Publikum nach wie vor das Wesentliche von Sky Islands zu hören ist, auch wenn bestimmte Räume die Mitwirkenden dazu einladen, ihre individuellen künstlerischen Stärken einzubringen. Diese Balance zwischen kompositorischer Vorgabe und individueller Gestaltungsfreiheit lässt an die in der Begründung zum Pulitzer-Preis angesprochene Infragestellung konventioneller Auffassungen der „kompositorischen Stimme“ denken.

Rituale fließen auf ähnlich unmittelbare Weise in das Werk ein. Ibarra interessiert sich nicht nur für aufwändige Zeremonien, sondern ebenso für kleine, sich wiederholende Tätigkeiten, die den Alltag strukturieren. „Jeder hat Rituale“, betont sie. Auch Musik, die mit unterschiedlichen Tageszeiten und Uhrzeiten verbunden ist, fasziniert sie – eine andere Art und Weise, ein Ökosystem als eine Vielzahl von Aktivitäten zu hören, die sich nach ihrem jeweils eigenen Rhythmus entfalten. In Sky Islands übernehmen Wiederholung, Zuhören, Bewegung und die Abstimmung im Ensemble diese rituelle Funktion. Die abschließende Prozession verdeutlicht das: Die Musiker:innen bewegen sich jeweils mit einem kleinen Schlaginstrument in der Hand in einer Reihe durch den Raum.

Die ökologische Bedeutung ist unverkennbar, doch betrachtet Ibarra Musik nicht als Ersatz für wissenschaftliche Argumente. Ihre künstlerische Recherche verläuft häufig parallel zu ihrer kreativen Praxis: Field Recordings und andere Ergebnisse aus ihrer Erforschung der Umwelt finden manchmal unmittelbaren Eingang in Klanginstallationen, während sie Musik, die für Live-Interpret:innen bestimmt ist, eher indirekt beeinflussen – etwa in Form eines Rhythmus, einer Reaktion oder einer bestimmten Art und Weise, sich auf einen Ort einzulassen.

Ibarra, die eng mit Forschenden aus der Klimawissenschaft zusammenarbeitet, weist darauf hin, dass hochgelegene Nebelwälder mit Fortschreiten des Klimawandels mehr und mehr an Bedeutung gewinnen werden. Ihrer Meinung nach kann Kunst durch klangliche Mittel Erinnerung und Vorstellungskraft auf besondere Weise ansprechen. Denn auch Zuhörer:innen, die noch nie einen philippinischen Regenwald betreten haben, tragen höchstwahrscheinlich Erinnerungen an Bäume, Vögel oder Wasser in sich. Ibarra zufolge wirkt Musik sowohl individuell als auch kollektiv: Ein und derselbe Klang weckt wohl bei jeder Person im Publikum individuell andere Erinnerungen, während durch das gemeinsame Hören eine kollektive Erfahrung entsteht.

Die meisten Hörer:innen werden die entlegenen Ökosysteme, um die es in Sky Islands geht, niemals zu Gesicht bekommen. Musik kann für Ibarra jedoch „ein kleines Stück davon“ an einen anderen Ort bringen und weit entfernte Ökosysteme mit dem Leben hier verbinden. Dieses Wechselspiel zwischen individueller Wahrnehmung und kollektivem Zuhören ist in die gesamte Struktur von Sky Islands eingebettet. Arten entwickeln sich innerhalb eines bestimmten Lebensraums; Musizierende bringen ihre jeweils eigene Sprache in eine Komposition ein; ineinandergreifende Rhythmen setzen voraus, dass man auf Nachbar:innen hört. Der „schwebende Garten“ wird zu einer Umgebung, die durch wechselseitige Abhängigkeit hörbar wird: acht Musiker:innen, die sie selbst bleiben, während sie von Moment zu Moment lernen, zu einem einzigen Instrument zu werden.


Thomas May ist Autor, Kritiker, Pädagoge und Übersetzer. Seine Beiträge erschienen unter anderem in der New York Times, in Gramophone, Opera Now, Musical America und Strings. Er ist Redakteur für englischsprachige Texte beim Lucerne Festival sowie US-Korrespondent von The Strad und verfasst Texte für die Programmhefte des Los Angeles Master Chorale und des Ojai Festivals.


Rhythmus, Ritual, Ökologie
Die Musik von Susie Ibarra

Thomas May


Für Susie Ibarra ist Rhythmus mehr als Pulsschlag oder Metrum. Er kann auch ökologischer Natur sein und zum Verständnis der Beziehungen zwischen Körpern, Landschaften, Erinnerungen und Klängen beitragen. Die als Tochter philippinischer Eltern in Kalifornien geborene Komponistin, Perkussionistin und Klangkünstlerin arbeitet mit Komposition und Performance, Klangkartierung, Installation, Tonaufzeichnung und Dokumentation. Außerdem engagiert sie sich seit Langem in der Umweltforschung und für traditionelle Musikkulturen.

Zahlreiche jüngere Werke Ibarras sind von dem Dialog zwischen Umwelt und Musik geprägt. Ihr 2024 erschienenes Buch Rhythm in Nature. An Ecology of Rhythm basiert auf Studien zum Rhythmus im Vogelgesang, in Gletscherwasser, Ozeanen, Wüsten, Wäldern und bei Insekten. Das von den Berliner Festspielen für MaerzMusik in Auftrag gegebene Werk CHAN. Sonnets and Devotions in the Wilderness umfasst sechs zeitgenössische Kundimans, d.h. Liebeslieder, die an Landschaften gerichtet sind, von deutschen Wäldern bis zum Tsongmo-See im Himalaya und dem Fluss Pasig auf Luzon. Die Arbeit Water Rhythms. Listening to Climate Change, die Ibarra gemeinsam mit der Glaziologin Michele Koppes entwickelt hat, stützt sich auf Tonaufnahmen aus fünf verschiedenen Wassersystemen auf der ganzen Welt. Ibarras kompositorischem Verfahren liegen bei all diesen Projekten Beobachtungen der Umwelt durch Zuhören, Field Recording, rhythmische Analyse und Reaktionen auf besondere Örtlichkeiten zugrunde.

Mit dem heutigen Konzert gibt Ibarra ihr Debüt im Pierre Boulez Saal – für sie auch ein besonderes persönliches Ereignis, da sie mittlerweile in Berlin lebt. Außerdem markiert es den ersten Auftritt des Talking Gong Trio in Deutschland und die deutsche Erstaufführung von Sky Islands. Im Jahr 2025 erhielt Ibarra für Sky Islands den Pulitzer-Preis für Musik, der damit „ein Werk über Ökosysteme und Biodiversität“ würdigte, „das den Begriff der kompositorischen Stimme in Frage stellt, indem es das profunde musikalische Können und die improvisatorischen Fähigkeiten einer Solistin als kreatives Werkzeug mit einbezieht.“

Vögel, Gongs und musikalische Traditionen

Die Flötistin Claire Chase zählt zu Ibarras wichtigsten Wegbegleitern. Chase, Ibarra und der Pianist Alex Peh bilden zusammen das Talking Gong Trio, dessen enge musikalische Verbundenheit der Ausgangspunkt für Sky Islands war. Ibarra hat außerdem solistische Werke für Chase komponiert, so dass deren unverwechselbare Klangwelt und improvisatorische Fantasie im gesamten Programm immer wieder durchscheinen.

Ein wichtiger Berührungspunkt zwischen Ibarras Beschäftigung mit der Umwelt und ihren musikalischen Interessen sind Vogelstimmen. „Ich habe das Gefühl, dass Vögel zu den frühesten Trommlern auf dieser Welt zählen“, erklärt sie. „Ich glaube, ihre Lieder und Rhythmen singen und spielen wir schon sehr lange.“ Vogelstimmen tauchen in ihrer Musik nicht unbedingt wortwörtlich auf: sie steuern z.B. einen Rhythmus oder musikalischen Gedanken bei oder regen zu einem freieren Umgang mit Bewegung und Ausdruck an. Auch Berlin lieferte Ibarra eine besondere Inspiration: Sie ist fasziniert von den Nachtigallen, die man in der Stadt hören kann und deren Erlernen und Üben von Liedern, das sich über lange Zeiträume erstreckt, sie an die Arbeit von Musiker:innen erinnern.

Das Programm beginnt mit zwei kurzen Beispielen für das Interesse der Komponistin an Vogelstimmen. Das ursprünglich für Chase komponierte Stück Sunbird ist von dem violetten philippinischen Nektarvogel inspiriert. Ibarra übersetzt dessen Farben und Gesänge in eine zwischen Piccolo-, Quer- und Bassflöte wechselnde Flötensprache, in deren Textur perkussive Atemgeräusche und Vokalisationen eingewoben sind. Das Stück Kolubrí für Soloschlagzeug überträgt das sanfte Flattern des Kolibris in die tieferen Frequenzen von Trommeln und Becken.

Zwischen diesen beiden von Vögeln inspirierten Werken stellt Paniniwala, Belief Alex Peh am Klavier in den Mittelpunkt. Ibarra hat es als eine ihrer Kompositionen bezeichnet, die „stark von der Ästhetik der traditionellen philippinischen Gongmusik beeinflusst sind“ und zeigt, wie dieser Einfluss über die Gonginstrumente selbst hinausreicht.

Pulsation entstand für das Projekt 50 for the Future des Kronos Quartet – ein frei verfügbares Repertoire von 50 neuen Werken für junge und aufstrebende Streichquartette – und verbindet einen kontinuierlichen Puls mit wechselnden rhythmischen Verläufen. Einige der verwendeten Klangmuster sind an die Signalsysteme der philippinischen Kulintang-Tradition angelehnt. Durch die Überlagerung verschiedener Rhythmen wird das Gefühl der Hörenden dafür, wo ein Muster beginnt oder endet, verschoben. Die Musiker:innen können außerdem einzelne Abschnitte neu anordnen und innerhalb bestimmter rhythmischer Zyklen improvisieren.

Von Talking Gong bis Sky Islands

Den Höhepunkt der ersten Konzerthälfte bildet Talking Gong, das Werk, nach dem das Trio benannt ist. Ibarra hat das Ensemble als „magische Gruppe“ mit „wunderbarer Chemie“ bezeichnet und betrachtet Talking Gong als Komponistinnen- und Interpretenensemble, das sich beständig weiterentwickelt und dessen musikalisches Vokabular durch die unterschiedlichsten Erfahrungen und Kooperationen stetig wächst.

Diese kürzeren Werke versammeln nach und nach die musikalischen Kräfte, die sich nach der Pause vereinen: An die Stelle von Einzelstimmen treten Quartette und Trios, bis Talking Gong für Sky Islands dann zu einem Ensemble mit acht Mitwirkenden erweitert wird. Ibarra beschreibt es so: „Sky Islands ist wirklich ein Stück für Talking Gong, aber in erweiterter Form.“

Für dieses Werk, das 2024 in der Asia Society in New York uraufgeführt wurde, holte Ibarra den Perkussionisten Levy Lorenzo und ein Streichquartett hinzu und schuf damit eine Formation, die sie heute als „akustisches Doppelquartett“ bezeichnet. Sky Islands bewahrt eine klar umrissene Identität und lässt den Ausführenden gleichzeitig Raum, ihre eigene Interpretation und musikalische Persönlichkeit einzubringen. In Berlin sind Chase, Peh, Lorenzo und Ibarra zusammen mit dem Exira Quartet zu hören, das im vergangenen Jahr von Studierenden der Barenboim-Said Akademie gegründet wurde. Für Ibarra ist es besonders spannend zu beobachten, wie Musiker:innen mit unterschiedlichem Hintergrund die Improvisationsräume des Werkes gestalten: Die dabei entstehenden Verbindungen können, wie sie sagt, „nur in dem jeweiligen Augenblick zustandekommen“.

Der Titel Sky Islands bezieht sich auf isoliert gelegene Hochlandregenwälder, wie sie etwa auf Luzon, einer Insel der Philippinen, zu finden sind. Diese „Himmelsinseln“ sind geografisch von den umliegenden Lebensräumen getrennt und gelten daher als besondere Orte der Biodiversität mit einem großen Reichtum an seltenen und endemischen Tier- und Pflanzenarten; durch ihre Isoliertheit kann sich die evolutionäre Differenzierung beschleunigen.

Nicht nur dieses Phänomen faszinierte Ibarra, sondern auch die unterschiedliche Wahrnehmung von Zeit und Rhythmus in solchen Umgebungen. Sie spricht von Orten, an denen „der Rhythmus anders ist, die damit verbundenen Rituale andere und sogar die Arten andere sind“. In letzter Zeit beschäftigte sie sich wieder verstärkt mit der Idee der „langsamen Zeit“. In hochgelegenen Wäldern, die weniger von der Nutzung durch den Menschen beeinflusst sind, empfinden wir, so sagt sie, das Gefüge von Wachstum, Energie, Frequenz und Rhythmus anders. Ökologische Strukturen können so unmittelbar in die musikalische Struktur einfließen, anstatt lediglich das Thema für das Werk zu liefern.        

Die Sprache der Schlaginstrumente i Sky Islands basiert auf miteinander verwobenen Rhythmen und Klängen aus der Bambus-, Gong- und Flötentradition der nördlichen Philippinen, unter anderem aus den Regionen Kalinga und Cordilleras auf Luzon. Neben Kulintang, Sarunay und Agung spielen Ibarra und Lorenzo Schlaginstrumente, Gongs und lebende Pflanzen, die mit Kontaktmikrofonen ausgestattet sind. Für dieses Konzert hat Ibarra das ursprüngliche umfangreichere Konzept des „schwebenden Gartens“ an den Pierre Boulez Saal angepasst und verzichtet auf die in einigen früheren Aufführungen verwendeten Klangskulpturen.

Den Nachbar:innen zuhören

Der Raum selbst wird zum kompositorischen Material. Zu Beginn spielen die beiden Perkussionist:innen in einiger Entfernung voneinander auf langen Bambusstäben, um „dem Publikum die Klänge des Bambus vorzustellen“, wie es in der Partitur heißt, bevor sie sich nach und nach aufeinander zu bewegen. Die ineinandergreifenden Rhythmen spiegeln eine Art des Zuhörens wider, die Ibarra mit der Spielweise traditioneller philippinischer Schlaginstrumente verbindet. Statt sich an einer festen metrischen „Eins“ zu orientieren, hören die Musikerinnen auf ihre jeweiligen Nachbarn, deren Rhythmus sie aufgreifen müssen, bis schließlich „mehrere Menschen zu einem Instrument werden“, wie Ibarra es ausdrückt.

Bewegung verändert diese Erfahrung zusätzlich. Ibarra fühlt sich auch deshalb zu Musik dieser Art hingezogen, weil die Veränderung der räumlichen Beziehung der Musizierenden zueinander auch den Klang verändert, der beim Publikum ankommt. Bei früheren Aufführungen waren die beiden Standorte der Schlaginstrumente spiegelbildlich angeordnet, wodurch statt Lautsprecher die Musiker:innen selbst eine räumliche Klangwirkung erzeugen. Für den Pierre Boulez Saal passen sie und Lorenzo dieses Raumkonzept an dessen ovale Architektur an.

Zusätzliche Räume entstehen durch Improvisation. Ausgedehnte Dialoge zwischen Kulintang und Sarunay sowie zwischen Schlagzeug und Agung rücken die Stimmen der Perkussionist:innen in den Vordergrund. An anderer Stelle improvisiert das Streichquartett zu Chases ausgeschmückter Flötenmelodie, während das Klavier laut Partitur „leise Klänge innerhalb der Streicher und Flöte“ beisteuert. Zum Ende hin improvisiert Chase auf der Bassflöte, bis Glockentöne und „leise Waldgeräusche“ hinzukommen.

Solche Freiheiten beeinträchtigen die Identität des Werkes keineswegs. Ibarra legt Wert auf die Feststellung, dass für das Publikum nach wie vor das Wesentliche von Sky Islands zu hören ist, auch wenn bestimmte Räume die Mitwirkenden dazu einladen, ihre individuellen künstlerischen Stärken einzubringen. Diese Balance zwischen kompositorischer Vorgabe und individueller Gestaltungsfreiheit lässt an die in der Begründung zum Pulitzer-Preis angesprochene Infragestellung konventioneller Auffassungen der „kompositorischen Stimme“ denken.

Rituale fließen auf ähnlich unmittelbare Weise in das Werk ein. Ibarra interessiert sich nicht nur für aufwändige Zeremonien, sondern ebenso für kleine, sich wiederholende Tätigkeiten, die den Alltag strukturieren. „Jeder hat Rituale“, betont sie. Auch Musik, die mit unterschiedlichen Tageszeiten und Uhrzeiten verbunden ist, fasziniert sie – eine andere Art und Weise, ein Ökosystem als eine Vielzahl von Aktivitäten zu hören, die sich nach ihrem jeweils eigenen Rhythmus entfalten. In Sky Islands übernehmen Wiederholung, Zuhören, Bewegung und die Abstimmung im Ensemble diese rituelle Funktion. Die abschließende Prozession verdeutlicht das: Die Musiker:innen bewegen sich jeweils mit einem kleinen Schlaginstrument in der Hand in einer Reihe durch den Raum.

Die ökologische Bedeutung ist unverkennbar, doch betrachtet Ibarra Musik nicht als Ersatz für wissenschaftliche Argumente. Ihre künstlerische Recherche verläuft häufig parallel zu ihrer kreativen Praxis: Field Recordings und andere Ergebnisse aus ihrer Erforschung der Umwelt finden manchmal unmittelbaren Eingang in Klanginstallationen, während sie Musik, die für Live-Interpret:innen bestimmt ist, eher indirekt beeinflussen – etwa in Form eines Rhythmus, einer Reaktion oder einer bestimmten Art und Weise, sich auf einen Ort einzulassen.

Ibarra, die eng mit Forschenden aus der Klimawissenschaft zusammenarbeitet, weist darauf hin, dass hochgelegene Nebelwälder mit Fortschreiten des Klimawandels mehr und mehr an Bedeutung gewinnen werden. Ihrer Meinung nach kann Kunst durch klangliche Mittel Erinnerung und Vorstellungskraft auf besondere Weise ansprechen. Denn auch Zuhörer:innen, die noch nie einen philippinischen Regenwald betreten haben, tragen höchstwahrscheinlich Erinnerungen an Bäume, Vögel oder Wasser in sich. Ibarra zufolge wirkt Musik sowohl individuell als auch kollektiv: Ein und derselbe Klang weckt wohl bei jeder Person im Publikum individuell andere Erinnerungen, während durch das gemeinsame Hören eine kollektive Erfahrung entsteht.

Die meisten Hörer:innen werden die entlegenen Ökosysteme, um die es in Sky Islands geht, niemals zu Gesicht bekommen. Musik kann für Ibarra jedoch „ein kleines Stück davon“ an einen anderen Ort bringen und weit entfernte Ökosysteme mit dem Leben hier verbinden. Dieses Wechselspiel zwischen individueller Wahrnehmung und kollektivem Zuhören ist in die gesamte Struktur von Sky Islands eingebettet. Arten entwickeln sich innerhalb eines bestimmten Lebensraums; Musizierende bringen ihre jeweils eigene Sprache in eine Komposition ein; ineinandergreifende Rhythmen setzen voraus, dass man auf Nachbar:innen hört. Der „schwebende Garten“ wird zu einer Umgebung, die durch wechselseitige Abhängigkeit hörbar wird: acht Musiker:innen, die sie selbst bleiben, während sie von Moment zu Moment lernen, zu einem einzigen Instrument zu werden.


Thomas May ist Autor, Kritiker, Pädagoge und Übersetzer. Seine Beiträge erschienen unter anderem in der New York Times, in Gramophone, Opera Now, Musical America und Strings. Er ist Redakteur für englischsprachige Texte beim Lucerne Festival sowie US-Korrespondent von The Strad und verfasst Texte für die Programmhefte des Los Angeles Master Chorale und des Ojai Festivals.


Die Künstler:innen


Susie Ibarra
Komposition und Schlaginstrumente

Susie Ibarra ist eine philippinisch-amerikanische Komponistin, Schlagzeugerin und Klangkünstlerin. Sie ist Gründerin des Susie Ibarra Studio, Mitbegründerin des Labels Habitat Sounds und leitet mehrere Ensembles, darunter das Talking Gong Trio mit Claire Chase und Alex Peh. In ihrer interdisziplinären künstlerischen Arbeit setzt sie sich für die Förderung indigener und traditioneller Musikkulturen ein, wie beispielsweise die „musika katutubo“ auf den Philippinen, engagiert sich für den Schutz von Gletschern und Trinkwasser und unterstützt Bildungsprojekte für Frauen und Mädchen im Rahmen des Projekts Joudour Sahara in Marokko. Für ihre Komposition Sky Islands, die von den bedrohten Regenwäldern auf Luzon inspiriert ist, erhielt sie 2025 den Pulitzer-Preis für Musik. Außerdem wurde Susie Ibarra mit dem Creative Capital Artist Award und der Charles Ives Fellowship der American Academy of Arts and Letters ausgezeichnet. Als Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD entwickelte sie 2024/25 im Auftrag von maerzmusik das Stück CHAN: Sonnets and Devotions in the Wilderness. 2024 erschien ihr Buch Rhythm in Nature: An Ecology of Rhythm.

Oktober 2026


Claire Chase
Flöte

Claire Chase ist als Musikerin, interdisziplinäre Künstlerin, Kuratorin und Pädagogin international tätig. Als erste Flötistin überhaupt erhielt sie 2012 ein MacArthur Fellowship, 2017 wurde sie mit dem Avery Fisher Prize des Lincoln Center ausgezeichnet. In der Saison 2022/23 übernahm sie den Richard and Barbara Debs Creative Chair an der Carnegie Hall in New York, 2025 war sie musikalische Leiterin des Ojai Festival. Als Solistin trat sie in der jüngeren Vergangenheit u.a. mit dem New York Philharmonic, dem Los Angeles Philharmonic, dem San Francisco Symphony und dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem Philharmonia Orchestra sowie dem Münchner Kammerorchester auf. Sie hat mehrere hundert Kompositionen uraufgeführt, darunter zuletzt ein neues Doppelkonzert für Flöte und Violine von Dai Fujikura mit dem Netherlands Radio Philharmonic und ein neues Werk von Felipe Lara mit der Sängerin und Bassistin esperanza spalding und dem Helsinki Philharmonic unter der Leitung Susanna Mälkki. Claire Chase unterrichtet an der Harvard University und ist Creative Associate der Juilliard School in New York.

Oktober 2026


Alex Peh
Klavier

Der Pianist Alex Peh erhielt seine musikalische Ausbildung an der Indiana University und der Northwestern University in den USA. Zu seinen Lehrer:innen zählten Arnaldo Cohen, Menahem Pressler, Sylvia Wang und Evelyne Brancart. Bei den Festivals in Aspen, Banff und Tanglewood erhielt er außerdem wichtige Impulse von Emanuel Ax, Pamela Frank, Claude Frank, Peter Serkin und anderen. Im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums setzte er sich intensiv mit globalen Klaviertraditionen auseinander und veröffentlichte mit den Pianisten Nikos Ordoulidis (Griechenland), Ne Myo Aung (Myanmar) und Pooyan Azadeh (Iran/Deutschland) das Album Attune. Als Asian Cultural Council Fellow erlernte er bei U Yee Nwe und Kyaw Kyaw Naing in Myanmar auch den spezifisch burmesischen Sandaya-Klavierstil. Alex Peh ist Associate Professor an der State University of New York New Paltz.

Oktober 2026


Levy Lorenzo
Schlaginstrumente

Der philippinisch-amerikanische Künstler Levy Lorenzo ist ausgebildeter Elektro- und Computeringenieur (Cornell University) und Schlagzeuger (Stony Brook University) und arbeitet an der Schnittstelle von Musik, Kunst und Technologie. Seine künstlerische Praxis umfasst Elektronikdesign, Klangregie, Instrumentenentwicklung, Installationskunst und Auftritte als Schlagzeuger. Er entwirft interaktive Elektronik, die von kleinen Skulpturen bis hin zu großformatigen öffentlichen Kunstinstallationen reicht, für Künstler:innen wie Alvin Lucier, Christine Sun Kim, LigoranoReese, Autumn Knight und Leo Villareal. Als Musiker hat er unter anderem mit Peter Evans, Tyshawn Sorey, Anna Thorvaldsdottir, George Lewis, Henry Threadgill und Ryuichi Sakamoto zusammengearbeitet. Als Tontechniker ist er ein gefragter Spezialist für die Umsetzung elektroakustischer Konzerte. Seine Arbeiten waren u.a. am MoMA PS1 in New York, am MIT Media Lab, bei Pitchfork, der BBC und beim Burning Man Fesitval zu erleben. Levy Lorenzo ist Mitglied des renommierten International Contemporary Ensemble (ICE) und lehrt als Professor für Creative Technologies an der New School in New York, wo er auch das Nstruments Lab leitet.

Oktober 2026


Exira Quartet

Das Exira Quartet wurde 2025 von jungen Musiker:innen aus der Türkei, dem Libanon und Russland gegründet, die ihr Studium an der Barenboim-Said Akademie absolviert haben. Inspiriert von Daniel Barenboim und Edward W. Said verstehen sie ihr Ensemble als Raum der Begegnung zwischen unterschiedlichen Traditionen, Kulturen und Erfahrungen, die in der Musik miteinander in Austausch treten können, ohne ihre Individualität zu verlieren. In ihrer Arbeit bringen sie die europäische Streichquartett-Tradition in Dialog mit Musik des Nahen Ostens, insbesondere der Türkei und des Libanon, und sind dabei vor allem an Räumen zwischen vermeintlich gegensätzlichen und voneinander getrennten musikalischen Welten interessiert. Derzeit absolviert das Exira Quartet an der Folkwang Universität der Künste in Essen ein Masterstudium bei Suyeon Kang, der zweiten Geigerin des Belcea Quartet. Außerdem arbeitete das Ensemble mit Daniel Barenboim, Michael Barenboim, Krzysztof Specjal, Mihaela Martin, Rainer Honeck und dem Diotima Quartet. Konzerte führten das Ensemble u.a. zur Casa del Quartetto in Reggio Emilia, in den Pierre Boulez Saal, ins Musikinstrumentenmuseum Berlin und zuletzt zum Konz Musik Festival.

Oktober 2026

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