Mo., 2. November 2026, 18:00 Uhr
AKADEMIE-FORUM: ALENA JABARINE
Lesung: Der letzte Himmel
Pierre Boulez Saal - Foyer
Bunte Eiskugeln, süße Säfte, lange laue Nächte mit zirpenden Grillen, eingebettet in die Geborgenheit einer großen Familie. Diese Bilder prägen Alena Jabarines Erinnerungen an die Sommer ihrer Kindheit. Weniger als 20 Kilometer trennen das Haus ihrer Großeltern, das sich im heutigen Israel befindet, vom besetzten palästinensischen Gebiet. Als Kind hatte sie nur eine Ahnung davon, dass eine zunächst unsichtbare Grenze dieses Land in zwei Welten teilt – mit großen Unterschieden, was die Rechte, die Lebenserwartungen und auch den Status in den Augen der Welt angeht. Anfang 2020 zog Jabarine nach Ramallah, um zu verstehen, was „Palästina“ bedeutet: für die Menschen auf der einen Seite der Mauer und für die auf der anderen. Und für ihre eigene Identität. In ihrem Buch Der letzte Himmel erzählt sie Geschichten von Menschlichkeit und Lebensfreude, aber auch von Widerstand. Geschichten, die dabei helfen, die Realität in Israel und Palästina zu verstehen.
Alena Jabarine, geboren 1985 in Hamburg, ist Deutsch-Palästinenserin mit deutscher und israelischer Staatsbürgerschaft. Sie wuchs in Hamburg auf, studierte Politik und absolvierte ein journalistisches Volontariat beim NDR. Danach arbeitete sie vor allem für öffentlich-rechtliche Formate. Von 2020 bis 2023 lebte sie in Ramallah und war dort für eine Stiftung tätig. In dieser Zeit begann sie, auf Instagram aus dem Alltagsleben der palästinensischen Bevölkerung zu berichten und politische Zusammenhänge zu erklären. Insbesondere seit Beginn des aktuellen Krieges in Gaza wird sie regelmäßig als Expertin eingeladen, u.a. beim NATO Defense College in Rom, den Münchner Kammerspielen und dem Berliner Ensemble. Sie ist eine der wenigen palästinensischen Stimmen im deutschen Diskurs.
Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache
Mit einem musikalischen Beitrag von Studierenden der Barenboim-Said Akademie
KÜNSTLER:INNEN
Lesung
Moderation
Moderation